Brandschutz im Fachwerkhaus

Die Brandschutzauflagen wurden in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter verschärft - eine Folge von schweren Brand-Ereignissen und dem Bedarf an höherem Schutz für Mensch und Gebäude (auch Brandschutz ist Denkmalschutz). Nachrüstungen, wie sie in historischen Gebäuden nötig sind, sind jedoch manchmal schwer umzusetzen und verursachen Kosten.

Zunächst ist wichtig: Holzhäuser brennen nicht häufiger als Gebäude aus anderen Baustoffen. Doch was können Eigentümer:innen tun, um ihr historisches Gebäude vor einem Brand zu schützen und im Fall der Fälle das Retten und Löschen zu erleichtern?


Bauliche Maßnahmen

Bereits bei der Planung von Sanierungsarbeiten sollte der Brandschutz wesentlicher Bestandteil des Sanierungskonzepts sein. Welche Maßnahmen machbar und notwendig sind, muss für jedes Haus individuell erörtert werden.

In vielen historischen Häusern sind die Elektro- und Wärmeinstallationen noch aus vergangenen Zeiten. Damit sie nicht zum Brandrisiko werden, sollten sie regelmäßig von Fachpersonal überprüft werden (E-Check) - bei Sanierungsarbeiten vorsorglich erneuert werden.

Fachwerkhäuser, die in Reihenbebauung dicht an dicht mit benachbarten Häusern stehen, benötigen einen Schutz vor sogenanntem Brandüberschlag. An Nachbarhäuser angrenzende Giebel, Dachüberstände und Außenwände können beispielsweise durch Beplankung oder den Bau von Brandschutzwänden gegen das Übergreifen von Flammen über den Giebel hinaus gesichert werden.

Wenn sich im Rahmen umfangreicher Sanierungsarbeiten die Möglichkeit ergibt, einen zusätzlichen Rettungsweg (Rettungsfenster, Ausstiegsleiter, u.a.) zu eröffnen, kann dies eine sinnvolle Maßnahme sein. Generell sollten die Rettungs- und Zufahrtswege, sowohl im Haus, als auch beispielsweise im Hinterhof, in keinem Fall verbaut werden. Bauaufsicht und ggf. die örtliche Feuerwehr können hierbei hilfreichen Rat für die Planung geben.

Treppenhäuser sind in der Regel offen und begünstigen im Brandfall die Ausbreitung von Rauch und Flammen innerhalb des Gebäudes. Deshalb wird eine horizontale Abtrennung zum Dachstuhl empfohlen.


Schutzausstattung

Die gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder müssen nicht nur installiert, sondern auch regelmäßig überprüft und ggf. mit neuen Batterien ausgestattet werden. Im besten Fall sollte auf jeder Etage eines Fachwerkhauses ein Feuerlöscher zur Verfügung stehen.

Einen besonderen Fall stellen leerstehende Häuser dar. Damit ein Feuer hier rechtzeitig erkannt wird, sollten Funk-Rauchmelder installiert sein, die im Fall eines Brandes eine direkte Meldung an die Feuerwehr absetzen.

Um einen Brand, verursacht durch Blitzeinschlag, zu verhindern, wird die Installation einer modernen Blitzschutzanlage empfohlen, die regelmäßig gewartet wird.


Brandlasten vermeiden:

Kleine und größere Veränderungen alltäglicher Gewohnheiten können wirksamer Brandschutz sein. Beispielsweise sollten Papiertonnen, Kinderwägen etc. möglichst nicht in engen Eingangsbereichen und Treppenhäusern abgestellt werden. Sie können zum einen Brandherde sein und versperren zum anderen wichtige Rettungswege.

Kartons, alte Möbel, ausrangiertes Spielzeug und vieles mehr auf dem Dachboden lagern? Abgestellte Gegenstände auf Dachböden bieten optimales "Futter" für ein Feuer. Wenn der Dachboden dennoch als Abstellfläche genutzt werden soll, gibt es die Möglichkeit dort brandsichere Kammern zu errichten.

Eine Feuerversicherung kann im Fall eines Brandes den Wiederaufbau ermöglichen.

Literaturhinweise:

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